Meilensteine aus „20 Jahre Europastadt Görlitz/Zgorzelec“

Zahlreiche gemeinsame Projekte wurden im Laufe der Jahre in der Europastadt erfolgreich entwickelt und umgesetzt. Einige davon sind mittlerweile fest in das alltägliche Leben integriert und nicht mehr wegzudenken. Der deutsch-polnische Kindergarten, binationale, bilinguale Schulprojekte, verbindende Sport- und Kulturereignisse sowie unzählige Kontakte im privaten Bereich kennzeichnen das tägliche Miteinander.

Doch auch ganz offizielle Prozesse laufen deutsch-polnisch: Die Stadtoberhäupter von Görlitz und Zgorzelec treffen sich zum Beispiel regelmäßig und besprechen aktuelle Themen. Bei den monatlich stattfindenden Treffen der Koordinierungskommission, bestehend aus Görlitzer und Zgorzeler Verwaltungsmitarbeitern, wird über gemeinsame Pläne und die Zusammenarbeit in der Europastadt Görlitz/Zgorzelec beraten und diskutiert.

Das sind die wichtigsten offiziellen Meilensteine der jüngeren gemeinsamen Entwicklung:

2. bis 9. Mai 1998: Europawoche in Görlitz


Die Proklamation der Europastadt Görlitz/Zgorzelec am 5. Mai 1998 im großen Sitzungssaal des Görlitzer Rathauses war der absolute Höhepunkt der Europawoche im Jahr 1998.

„Die Zwillingsstädte Görlitz und Zgorzelec an der Außengrenze der Europäischen Union, aber im Zentrum von Europa, haben eine besondere Aufgabe bei der Gestaltung eines vereinigten Europas. Mit ihrer gelebten Partnerschaft wollen beide Städte ein Zeichen für die zunehmende Bedeutung eines vereinigten Europas der Regionen setzen. Europa ist die Zukunft unserer Städte. Hieraus leiten beide Städte für sich das gemeinsame Ziel ab, sich im Rahmen einer immer engeren Zusammenarbeit zu einer EUROPASTADT zu entwickeln. Die Grundsätze werden durch das beschlossene Strukturkonzept geregelt.“, so heißt es in der Proklamation vom 5. Mai 1998. In einem Strukturkonzept wurden Projekte und Ziele für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit festgeschrieben.

05.05.1998 Proklamation der Europastadt

7. Mai 1999: Beschluss der gemeinsamen Sitzung der Stadträte


Dieser Beschluss war ein bedeutender Grundstein für das Zusammenwachsen der deutsch-polnischen Zwillingsstadt: „Wir, die Stadträte der EUROPASTADT Görlitz/Zgorzelec, ersuchen die Regierungen der Republik Polen und der Bundesrepublik Deutschland um eine Intensivierung und Beschleunigung der Verhandlungen beim Bauverfahren des polnisch-deutschen Symbols – der Altstadtbrücke, der Brücke die direkt die historischen Stadtzenten beider Städte verbindet.“ Eine weitere Absichtserklärung folgte im Jahr 2000, in der eine Reihe weiterer gemeinsamer Projekte und Maßnahmen fixiert wurden.

Ab 2001: Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas 2010


Im März 2001 beschloss die Stadt Görlitz, sich als Kulturhauptstadt Europas 2010 zu bewerben und das Zusammenwachsen Europas im Mikrokosmos Europastadt Görlitz/Zgorzelec in den Mittelpunkt der Bewerbung zu stellen. Zgorzelec bekräftigte wenige Wochen später mit einem eigenen Beschluss diese Absicht. Die Kulturhauptstadt-Bewerbung demonstrierte modellhaft europäisches Zusammenwachsen an der Nahtstelle zwischen Ost und West. Ein Vertrag über die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Städten Görlitz und Zgorzelec wurde am 29. April 2004 unterzeichnet. Die Bewerbung scheiterte zwar im Finale, brachte aber eine neue Dimension der Zusammenarbeit und des Verständnisses füreinander.

Warten auf die Entscheidung zur Kulturhauptstadt, OB Paulick und BM Fiederowicz

2003 bis 2004: Wiedererrichtung der Altstadtbrücke Görlitz–Zgorzelec


Bürgerinnen und Bürger verfolgten seit Mai 2003 interessiert den Bauablauf. Im August 2004 zum Altstadtfest gab es eine „Vorpremiere“ der Inbetriebnahme der Altstadtbrücke. Viele tausende Menschen überquerten die Brücke und zeigten ihr Interesse an der Verbundenheit der Bewohner/-innen dies- und jenseits der Neiße. Die feierliche Einweihung der Altstadtbrücke fand am 20. Oktober 2004 statt.

20.10.2004 – Einweihung der Altstadtbrücke

2004: Aufnahme Polens in die Europäische Union


Am 1. Mai 2004 feierten tausende Europastädter die Aufnahme Polens in die Europäische Union. Gemeinsam erlebten sie den historischen Moment der EU-Erweiterung um Mitternacht auf der Stadtbrücke und trafen sich dort einige Stunden später zum gemeinsamen Europafrühstück.

01.05.2004 – gemeinsames Frühstück zum EU-Beitritt Polens

01.05.2004 – Feierlichkeiten zum EU-Beitritt Polens

2005: Erste Verleihung des Ehrentitels "Für Verdienste um die Europastadt Görlitz/Zgorzelec“


Das gemeinsame Zusammenwachsen der beiden Städte wird politisch vorangetrieben. Aber es sind die Menschen, Vereine und Institutionen, die es mit ihrem Engagement und Willen mit Leben erfüllen und damit echt machen.

Jedes Jahr während der Europawoche im Mai treffen sich Stadträte der Europastadt Görlitz/Zgorzelec zu einer gemeinsamen Stadtratssitzung. Seit 2005 erfolgt während dieser Sitzung die Verleihung des Ehrentitels "Für Verdienste um die Europastadt Görlitz/Zgorzelec". Die erste Auszeichnung ging an den Oberbürgermeister der Stadt Görlitz, Prof. Dr. Rolf Karbaum und den Bürgermeister der Stadt Zgorzelec, Mirosław Fiedorowicz.

Der Ehrentitel wird an Personen, Organisationen, Institutionen, Selbsthilfegruppen oder Vereine mit Wirkungskreis in der Europastadt Görlitz/Zgorzelec verliehen, die sich in besonderem Maße um die Europastadt, deren Entwicklung, Popularisierung und Wissensvermittlung über deren Geschichte verdient gemacht haben.

Weitere Informationen 

Ehrenmedaille für Verdienste um die Europastadt

Preisträger 2014

Preisträger 2016

Preisträger 2017

2010: Freistaat Sachsen verleiht Auszeichnung „Europaschule in Sachsen“ an das Augustum-Annen-Gymnasium


Das Görlitzer Augustum-Annen-Gymnasium erhielt im Herbst 2010 die Auszeichnung „Europaschule Sachsens“ als eine der ersten Schulen im Freistaat. Europaschulen bereiten ihre Schüler in besonderer Weise auf ein zukünftiges Berufs- und Studienleben in Europa vor. Sie fördern europaorientierte, sprachliche und interkulturelle Kompetenzen durch Wissensvermittlung, Begegnung und Dialog mit Menschen anderer Länder und Kulturen. Bereits seit 2005 lernen am Görlitzer Augustum-Annen-Gymnasium polnische und deutsche Schüler/-innen erfolgreich gemeinsam im binationalen-bilingualen Bildungsgang. Das Abitur berechtigt zum Studium in Deutschland und in Polen. Der binationale-bilinguale Bildungsgang, internationale Projekte, Kooperationen mit Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur sowie das Ganztagesangebot füllen den Titel „Europaschule in Sachsen“ mit Leben.

Weitere Informationen

20.10.2010 – Auszeichnung "Europaschulen Sachsen"

2014: Europastadt Görlitz/Zgorzelec feiert gemeinsam 10 Jahre EU-Beitritt Polens


Viele Görlitzer und Zgorzelecer sowie Gäste, darunter Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Kirche, Wirtschaft und aus dem südlichsten Zipfel, der Gemeinde Oberstdorf, feierten am 1. Mai 2014 das Jubiläum „10 Jahre Beitritt Polens in die Europäische Union“. Die Eröffnung des Festes fand auf der Altstadtbrücke statt. Oberbürgermeister Siegfried Deinege und Bürgermeister Rafał Gronicz unterzeichneten gemeinsam das Übereinkommen zum deutsch-polnischen Projekt „Brückenpark“.

10 Jahre EU-Beitritt – Unterzeichnung gemeinsames Projekt Brückenpark

2017: Brückenpark-Projekt für die Europastadt


Im Jahr 2013 beschließen die Stadträte von Görlitz und Zgorzelec das Brückenpark-Projekt. Mit einer Europäischen Förderung im Kooperationsprogram INTERREG Polen – Sachsen 2014 – 2020 wird zurzeit ein grenzübergreifender Park verwirklicht, der beide Seiten der Neiße aufwertet. Projektstart war Anfang 2017.

Weitere Informationen

Brückenpark am Neißeufer (F. Dressler)

Zuwendungsbescheid für das deutsch-polnische Projekt „Brückenpark/Park Mostow“

05.05.2018 Görlitz und Zgorzelec feiern mit einem großen Familienfest 20 Jahre Europastadt.


Auf beiden Seiten der Altstadtbrücke gab es viele musikalische, kulinarische und sportliche Attraktionen. Auf der polnischen Seite dauerte die Geburtstagsparty sogar drei Tage lang.

Eröffnung des Familienfestes

Impressionen vom Familienfest

Impressionen vom Familienfest